Eine Radiosendung darüber, was im Dazwischen entsteht

Thomas Pressmann von SRF kennt die Schwendi inzwischen in fast allen Aggregatszuständen. Er war schon da, als wir im Sommer 2023 zum ersten Mal wieder Wasser im alten Haus in Betrieb nahmen. Er war da, als noch wenig nach Pilgerhaus aussah und viel nach Staub, Provisorium und grosser Aufgabe. Er berichtete später auch darüber, wie wir unser Projekt an der Gemeindeversammlung Schattenhalb vorgestellt hatten – damals noch mit Plänen, Bildern und einer Idee, von der wir selbst noch nicht wussten, wie steinig der Weg tatsächlich werden würde.

Anfang Mai kam Thomas nochmals vorbei. Diesmal ohne Kameramann, ohne Stativ. Diesmal fürs Radio. Und es entstand gerade darum ein Gespräch, das anders war als vieles zuvor. Weniger Bild, mehr Stimme. Weniger Szene, mehr Erinnerung. Es fühlte sich ehrlich, locker und persönlich an - fast so, als würde man mit einem Freund sprechen, der einige Kapitel der Geschichte bereits miterlebt hat und nun wissen möchte, was dahinter lag.

Der Beitrag trägt den Titel „Der Traum vom historischen Hotel“. Wer ihn jetzt hören möchte, kann das tun, wer noch ein paar Gedanken dazu möchte, liest unten weiter.

“Der Traum vom historischen Hotel” ist ein schöner Medientitel, und wir verstehen gut, weshalb er funktioniert. Medien brauchen eine Geschichte, die sich in wenigen Worten öffnen lässt. Ein Abenteuer, die idyllische Vorstellung Gastgeber zu sein oder das alte zerfallene Hotel - das ist verständlich und zugänglich. Und doch möchten wir an dieser Stelle präzisieren: Wir hatten nie den Traum, ein historisches Hotel zu besitzen, geschweige denn, es zu betreiben.

Unser Traum war nicht Hotellerie. Unsere Vision war und bleibt Zwischensinn.

Die Schwendi wurde für uns erst interessant, weil sie ein Ort sein kann, an dem diese Idee Gestalt annimmt. Ein Weghalt für Pilger des Lebens. Ein Haus für Menschen, die nicht einfach wegfahren, sondern für eine Zeit anhalten möchten. Zum Denken, zum Arbeiten, zum Sortieren, zum Durchatmen. Nicht als Flucht aus dem Leben, sondern als bewusster Moment im Dazwischen.

Und genau darüber sprach Thomas mit uns. Nicht nur darüber, wie man aus einem alten Hotel ein Pilgerhaus macht, sondern weshalb man überhaupt damit beginnt. Was einen motiviert, wenn es unübersichtlich wird. Wie man mit Momenten umgeht, in denen die Kosten steigen, Lösungen fehlen, Entscheidungen drängen und der nächste Schritt nicht als grosser Plan vor einem liegt, sondern einfach als Aufgabe des Tages.

Diese Zwischenzeiten kennen wir auch selber gut. Und wir möchten sie nicht missen. Sie sind der Kern des Zwischensinns: dass das Dazwischen nicht einfach eine Wartezone ist, bis endlich alles gut und fertig ist. Es ist ein eigener Raum. Manchmal unbequem, manchmal schön, oft anspruchsvoll - aber voller Möglichkeit. Dort entsteht Aufbruch. Dort wächst Hoffnung. Dort entscheidet sich, ob man stehen bleibt oder einen nächsten Schritt wagt.

Das Gespräch mit Thomas hat uns geholfen, die vergangenen vier Jahre Revue passieren zu lassen. Und die Geschichte, die mit Zwischensinn begonnen hat, geht weiter.

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Ein Platz auf der Terrasse

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Unterwegs bleiben, ohne ein Auto zu brauchen